Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit? 

Die Bezeichnung Nahrungsmittelunverträglichkeit ist der Oberbegriff für alle verschiedenen Formen von Unverträglichkeitsreaktionen auf Lebensmittel. Dazu zählen sowohl toxische Reaktionen, die man auch als Lebensmittelvergiftung bezeichnet, als auch nicht-toxische Reaktionen wie Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen. Zusammenfassend versteht man unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten alle gesundheitlichen Beschwerden, die bei einem Menschen im Zusammenhang mit dem Verzehr von Lebensmitteln auftreten. 

Wichtig zu beachten ist also, dass Nahrungsmittelunverträglichkeit tatsächlich nur als Oberbegriff für die mit Lebensmittel assoziierten Beschwerden gilt. Bei der Diagnose und Behandlung ist jedoch streng zwischen Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelintoleranz zu unterscheiden, da nur so eine akkurate Beratung und Behandlung erfolgen kann. 

Wie häufig sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten in unserer Gesellschaft?

Viele Menschen vermeiden bestimmte Lebensmittel, da sie überzeugt sind auf diese allergisch zu sein. Eine Allergie kommt allerdings nur sehr selten vor. Nur 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung zeigen tatsächlich eine echte allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittel oder bestimmte Nahrungsbestandteile. 

Eine selbst diagnostizierte Unverträglichkeit kommt dagegen deutlich häufiger vor. Von dem Marktforschungsinstitut Ears and Eyes (Quelle) wurde 2014 eine Verbraucherumfrage zum Thema Lebensmittelunverträglichkeiten durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass ein viertel der Bevölkerung bei sich selbst eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln festgestellt hat. Weitere Ergebnisse haben gezeigt, dass aufgrund dessen…

  • 16 Prozent der Befragten ihren Konsum von Milch- und Milchprodukten einschränken. 
  • 11 Prozent der Befragten Lebensmittel mit einem hohen Histamingehalt meiden.
  • 10 Prozent der Befragten ihren Konsum an Fruktose reduzieren.
  • 9 Prozent der Befragten häufig oder regelmäßig Lebensmittel mit Gluten meiden. 
  • 13 Prozent der Befragten bewusst andere Inhaltsstoffe oder Lebensmittel (z.B. Erdnüsse) meiden. 

Wie viele dieser Befragten tatsächlich eine diagnostizierte Lebensmittelintoleranz haben ist hieraus nicht abzulesen, jedoch kann festgehalten werden, dass das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle spielt. Demnach ist auch die Aufklärung in Bezug auf Behandlungsmöglichkeiten und Irrtümer eine wichtige Aufgabe von Ernährungswissenschaftlern und Ernährungsberatern. 

Was ist eine Nahrungsmittelallergie und was ist der Unterschied zu einer Nahrungsmittelintoleranz? 

Die Begriffe Intoleranz und Allergie werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet. Jedoch muss eine Nahrungsmittelallergie streng von Nahrungsmittelintoleranz unterschieden werden.  

Einfach zusammengefasst lässt sich festhalten: 

  • eine Lebensmittelallergie ist eine immunologische (Abwehr-) Reaktion des Körpers 
  • eine Lebensmittelintoleranz ist eine nicht-toxische (das bedeutet nicht-giftige) Reaktion des Körpers ohne Beteiligung des körpereigenen Immunsystems

Um den Körper vor fremden und schädlichen Stoffen zu schützen, versucht unser Immunsystem Fremdstoffe zu erkennen und abzuwehren. Bei sehr empfindliche Menschen reagiert das Immunsystem auch auf solche Stoffe, die bei anderen keine Reaktion auslösen, sodass sich eine Allergie entwickelt. Eine Nahrungsmittelallergie beruht also darauf, dass das Immunsystem bestimmte Bestandteile der Nahrung als frei und gefährlich einstuft und daraufhin einen Abwehrmechanismus in gang setzt. So eine allergische Reaktion kann vielfältige Symptome haben. Typisch sind unter anderem Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen und Übelkeit aber auch Atemnot und ein allergischer Schock können eintreten. Um eine allergische Reaktion zu verhindern, muss das allergieauslösende Lebensmittel komplett aus der Ernährung gestrichen werden. 

Typische Lebensmittel, die bei vielen Menschen eine Allergie auslösen können sind: 

  • Nüsse 
  • Eier 
  • Fische 
  • Schalen- und Krustentiere
  • Sellerie 
  • Kuhmilch 
  • Soja 

Eine Nahrungsmittelallergie weißt oft ähnliche Symptome auf, wie eine Nahrungsmittelintoleranz, weshalb eine Selbstdaignose häufig schwierig ist. Erst spezielle Tests bei einem Arzt, können hier Aufschluss geben.

Im Gegensatz zu einer Allergie ist das Immunsystem bei einer Intoleranz nicht an den Reaktionen des Körpers beteiligt. Bei einer Nahrungsmittelintoleranz ist der Körper nicht dazu in der Lage, bestimmte Bestanteile der Nahrung zu verdauen oder mithilfe des Stoffwechsels zu verwerten. Bei Nahrungsmittelintoleranzen werden also ebenfalls bestimmte Nahrungsmittelbestanteile nicht vertragen, der entscheiden Unterschied zur Nahrungsmittelallergie ist jedoch, dass hier kein immunologischen Reaktionen nachgewiesen werden können. Ursache sind hier vielmehr defekte Transportsysteme oder der gestörte Abbau von bestimmten Nahrungsbestanteilen. 

Ein kurzer Überblick über die häufigsten Nahrungsmittelintollernazen 

Laktoseintoleranz

Was ist Laktoseintoleranz? 

Menschen die an einer Laktoseintoleranz leiden, sind nicht in der Lage den Milchzucker Laktose zu verdauen. Laktose ist ein Zweifachzucker, der nur verdaut und aufgenommen werden kann, wenn er im Dünndarm in seine Bestandteile aufgespalten wird. Für diese Aufgabe ist das Enzym Laktase zuständig. Der Laktasemangel ist weltweit der häufigste erbliche Enzymmangel beim Menschen. In Deutschland sind ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen. Wenn bei Ihnen eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde, dann arbeitet das Enzym nicht richtig oder es fehlt ganz, sodass die Laktose nicht verdaut werden kann. Die unverdaute Laktose gelang in den Dickdarm, wo sie letztendlich von Bakterien abgebaut wird. Bei diesem Abbau entstehen Säuren und Gase, die für die Symptome einer Laktoseintoleranz verantwortlich sind. 

Welche Symptome treten bei einer Laktoseintoleranz auf? 

  • Blähungen
  • Völlegefühl 
  • Magen-Darm-Beschwerden (laute Geräusche, Bauchschmerzen, Durchfall) 
  • Auffälligkeiten der Haut  

Wie behandelt man eine Laktoseintoleranz? 

Wenn Sie an einer Laktoseintoleranz leiden, dann müssen Sie ihre Ernährung entsprechend anpassen und laktosehaltige Lebensmittel können nur noch eingeschränkt genossen werden. Wie viel Laktose ein Mensch verträgt ist sehr individuell und hängt unter anderem mit der Restaktivität des Enzyms Laktase zusammen. Von Mensch zu Mensch muss also getestet werden, wie viel und welche Lebensmittel mit Laktose noch vertragen werden, ohne das Beschwerden auftreten. Bei einer Einschränkung der Laktosemenge werden sich die Beschwerden jedoch sehr zeitnah legen, sodass eine Behandlung schnelle Erfolge zeigt. Aufgrund der hohen Nachfrage steigt auch das Angebot an laktosefreien und veganen Produkten, die eine laktosefreie Ernährung ergänzen können. 

Fruktosemalabsorbtion  

Was ist Fruktosemalabsorbtion? 

Von einer Fructosemalabsorption spricht man, wenn eine Stoffwechselstörung vorliegt, bei der ein bestimmter Transporter (GLUT 5) im Dünndarm Fructose nicht mehr transportieren kann. Das führt dazu, dass Fructose unverdaut in den Darm gelangt. Das ist der Auslöser dafür, dass sich die Bakterienkulturen im Dickdarm verändern. Die Keime im Darm beginnen die Fruktose unter anderem zu Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan zu verstoffwechseln. Eine Folge davon sind auftretende Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs. Außerdem werden durch die Gärungsprozesse große Mengen an kurzen Fettsäuren gebildet, die Symptome wie Blähungen, übermäßige Bauchgeräusche, Durchfall und aufgedunsenen Bauch mit sich bringen. Aber auch Magenbeschwerden, Übelkeit, Durchfall und Verstopfungen sind typische Beschwerden von Patienten mit Fruktosemalabsorption. 

Beschwerden durch den übermäßigen Verzehr von Fruktose können auch bei Personen ohne diagnostizierte Fruktosemalabsorption auftreten. Wer mehr als 35 Gramm Fruktose pro Stunde zu sich nimmt überlastet das Transportsystem und Verdauungsbeschwerden mit abführender Wirkung sind die Folge. Wenn jedoch kein Defekt des Verdauungs- und Transportsystems im Magen-Darm-Trakt vorliegt, kann der Genuss von zu viel Obst zwar zu Blähungen führen, aber nach dem nächsten Stuhlgang hat sich meist alles wieder gelegt. Bei Patienten mit einer Fruktosemalabsorption ist dies jedoch nicht so. Hier muss streng auf eine andauernde Reduktion der Fruktoseaufnahme geachtet werden. 

Welche Symptome treten bei einer Fruktosemalabsorbtion auf? 

  • Übelkeit 
  • Durchfall 
  • Blähungen 
  • Bauchschmerzen im Unterbauch 
  • Verdauungsbeschwerden 

Wie behandelt man eine Fruktosemalabsorbtion? 

Um das Auftreten von Symptomen einer Fruktosemalabsorption zu verhindern ist es notwendig, eine Ernärhungsumsetllung durchzuführen und auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Dazu gehören Lebensmittel, die Fruktose, Saccharose oder Sorbit enthalten. 

Histaminintoleranz 

Was ist Histaminintoleranz? 

Histamin ist ein sogenanntes biogenes Amin. In geringen Mengen kommt es natürlicherweise in fast allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. 

Histamin ist daneben auch ein Gewebshormon, welches im menschlichen Körper produziert wird. Hier übernimmt es zahlreiche Aufgaben: Unter anderem wird die Kontraktion der Muskulatur und die Sekretion des Magensaftes beeinflusst. Histamin wirkt außerdem gefäßerweiternd und somit blutdrucksenkend. Aus den vielfältigen Funktionen des Histamin lässt sich bereits erkennen, dass eine Intoleranz eine Vielzahl von Symptomen aufweisen kann.

Normalerweise ist der menschliche Körper in der Lage mit größeren Mengen Histamin fertig zu werden. In übermäßigen Mengen löst Histamin jedoch bei jedem Menschen Beschwerden aus. Da zu große Mengen schädlich sind und Histamin regelmäßig über die Nahrung aufgenommen wird, muss sich der Körper vor einer Überversorgung schützen. Dafür ist ein spezifisches Enzym zuständig, welches Histamin abbaut. So kann kontrolliert werden, dass nur ungefährliche Mengen an Histamin ins Blut und damit in den ganzen Körper gelangen. Bei Menschen mit einer Histaminintoleranz ist der Abbau von Histamin im Darm gestört. Bei empfindlichen Menschen mit dieser Intoleranz reichen schon kleine Mengen an Histamin in der Nahrung aus, um Symptome hervorzurufen. 

Welche Symptome treten bei einer Histaminintoleranz auf? 

Eine Histaminintoleranz ist bereits mit sehr vielen verschiedenen Symptomen assoziiert worden. Diese Bandbreite an Symptomen macht eine Diagnostik oft sehr schwierig. Neben typischen Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Durchfall, Übelkeit) kommt es häufig auch zu: 

  • Hautausschlägen 
  • Kopfschmerzen und Migräneanfällen 
  • Schnupfen und laufender Nase 

Wie behandelt man eine Histaminintoleranz? 

Eine Histaminintoleranz wird in erster Linie über eine Ernährungsumstellung behandelt. Dazu ist es notwendig, Lebensmittel mit besonders hohem Histamingehalt zu meiden. 

Lebensmittel, die bei einer Histaminintoleranz gemieden werden sollten sind unter anderem: 

  • verarbeitete Fleisch- und Fischprodukte 
  • Käse mit langer Reifezeit 
  • Alkohol 
  • Lebensmittel die durch Gärung entstehen (z.B. Sauerkraut) 
  • Tomaten, Erdbeeren, Zitrusfrüchte 
  • Schokolade 

Zöliakie

Was ist Zöliakie oder auch Gluten-Unverträglichkeit? 

Menschen mit Zöliakie leiden unter Überempfindlichkeiten gegenüber dem Klebereiweiß Gluten. Wenn glutenhaltige Lebensmittel konsumiert werden, führt dies zu schmerzhaften Entzündungen der Dünndarmschleimhaut. Deshalb kann Zöliakie auch als entzündliche Darmerkrankung bezeichnet werden. Eine Ursache die sich daraus ergibt ist, dass Betroffene häufig von einem Nährstoffmangel betroffen sind. 

Welche Symptome treten bei einer Zöliakie auf? 

  • bei Zöliakiepatieten kommt es zu Veränderungen der Darmwand; die Entzündungen führen dazu, dass die Darmwand sich immer mehr zurück bildet
  • aufgeblähter Bauch 
  • Appetitlosigkeit 
  • Erbrechen 
  • Durchfälle 
  • wiederkehrende Bauchschmerzen 
  • Nährstoffmangel 
  • bei Kindern ist Zöliakie häufig auch mit Wachstums- und Entwicklungsstörungen zu assoziieren

Wie behandelt man eine Zöliakie? 

Die Beschwerden und Folgeerkrankungen einer Gluten-Unverträglichkeit lassen sich nur mindern, wenn lebenslang eine glutenfreie Ernährung eingehalten wird. 

einige glutenfreie Alternativen zu Weizenmehl und Co sind zum Beispiel: 

  • Amaranth 
  • Buchweizen 
  • Quinoa
  • Mais 
  • Rais 
  • Hirse 
  • Hafer 
  • Kastanien
  • Teff

Wie wird eine Intoleranz diagnostiziert? 

Viele Menschen treffen bei Symptomen wie Blähungen und Bauchschmerzen nach dem Verzehr von bestimmen Lebensmitteln bereits eine Selbstdiagnose. Auch wenn das Weglassen bestimmter Lebensmittel die Symptome verbessert, ist eine Intoleranz noch nicht bestätigt. Gehen Sie für eine sichere Diagnose zu Ihrem Hausarzt. 

Die Diagnose einer Unverträglichkeit ist oft schwierig, da die Symptome meist unspezifisch sind und nicht eindeutig auf eine bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeit hinweisen. Die Laktoseintoleranz und die Fruktoseintoleranz werden beim Arzt in der Regel durch einen H2-Atemtest diagnostiziert. Die Diagnose Histamin-Intoleranz kann durch einen Bluttest bestätigt werden. Eine Zöliakie lässt sich nur sicher bestätigen, wenn zusätzlich zu Blutuntersuchungen auch die Befunde einer Dünndarmbiopsie positiv sind. 

Ernährungsberatung zur Behandlung einer Unverträglichkeit 

Symptome einer Nahrungsmittelintoleranz wie Blähungen, Verdauungsbeschwerden und ein aufgeblähter Bauch können das Leben sehr belasten und sogar zur Einschränkung werden. Deshalb ist es gerade nach der Diagnosenstellung einer Intoleranz oder Allergie sinnvoll eine Ernährungsberatung aufzusuchen. Hier werden Ihnen besonders für die Umgewöhnungsphase Tipps und wichtige Informationen gegeben, damit Sie wieder beschwerdefrei Essen und Leben können. Melden Sie sich bei uns per Mail unter info@wellaris.de oder auch über das Kontaktformular dieser Website. Wir können Ihnen bei dem Umgang mit allen Nahrungsmittelunverträglichkeiten helfen und Ihnen auf dem Weg zu einer beschwerdefreien Ernährung zur Seite stehen. 

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