Diabetes

Prävalenz von Diabetes in Deutschland

Diabetes früher Zuckerkrankheit ist eine ernstzunehmende Erkrankung. In Deutschland leben aktuell mehr als 6 Millionen Diabetiker. Vergleicht man diese Zahl mit den Erkrankten von 1998 weißt dies eine Steigerung von 38 Prozent auf. Dazu kommt, dass es jeden Tag fast 1000 neue Fälle von Diabetes gibt. Besonders erschreckend ist hier die Dunkelziffer, welche aussagt, dass von den 6 Millionen Betroffenen ca. 1,3 Millionen Menschen noch gar nicht von ihrer Erkrankung wissen. Mehr als 90 Prozent der Betroffenen leiden an Typ-2-Diabetes. Lediglich 10 Prozent sind Typ 1 Diabetiker. Bei den 300.000 von Diabetes Typ 1 Betroffenen sind mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren.

Die Zahlen zeigen auf, dass eine ansteigende Prävalenz von Diabetes in unserer Gesellschaft zu verzeichnen ist. Insbesondere das Aufkommen von Typ-2-Diabetes ist stetig steigend. Da es sich bei Typ-2-Diabetes um eine vermeidbare Lebensstil-Erkrankung handelt sind Maßnahmen von großer Bedeutung, um diesem Anstieg entgegenzuwirken.

Was man alles gegen Diabetes tun kann erfahren Sie hier.

Wie wird Diabetes mellitus festgestellt?

Diabetes ist eine Erkrankung, die von einem Arzt festgestellt wird. Zur Bestimmung sind verschiedene Verfahren möglich, die im Endeffekt jedoch alle darauf beruhen die Zuckerkonzentration im Blut zu messen. Typische Methoden, um Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 festzustellen sind:

  • Messung des Blutzuckerwertes zu einem beliebigen Zeitpunkt: bei einem Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder mehr wird die Diagnose Diabetes gestellt
  • Messung des Nüchtern-Blutzuckerwertes: Ein Diabetes liegt bei einem Wert von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder mehr vor.
  • Für eine genauere und sicherere Diagnose wird heutzutage häufig der Blutzucker-Langzeitwert oder auch HbA1c-Wert gemessen. Der HbA1c-Wert spiegelt die durchschnittliche Blutzuckereinstellung der letzten drei Monate wieder und gibt so genaue Auskunft über den Verlauf der Krankheit. Beträgt der HbA1c-Wert 6,5 Prozent (48 mmol/l) oder mehr geht man von der gesicherten Diagnose Diabetes aus.

In der Regel kann der Arzt den Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker gut voneinander unterscheiden. Im Zweifel am Diabetes-Typ gibt es die Möglichkeit nach spezifischen Antikörpern zu suchen, die eine Differenzierung ermöglichen.

Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus

Die nun beschriebenen Erkrankungen können aufgrund erhöhter Blutzuckerwerte bei Diabetes auftreten.  Jedoch muss es nicht zwangsläufig zu ihnen kommen. Folgeerkrankungen betreffen sowohl Menschen mit Typ-1-Diabetes, als auch Menschen mit Typ-2-Diabetes. Vor allem eine gute Stoffwechseleinstellung (durch Medikamente oder auch einen gesünderen Lebensstil) kann dazu beitragen, dass das Risiko für solch schwerwiegende Folgeerkrankungen reduziert wird.

  •  Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
    • Erhöhte Blutzuckerwert fördern die Ablagerung von Stoffen an den Innenwänden der großen Blutgefäße, auch Atherosklerose genannt. Durch die Engstellen und Schäden der Blutgefäße steigt das Risiko für Durchblutungsstörungen, einen Schlaganfall oder im schlimmsten Fall einen tödlichen Herzinfarkt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Bei Menschen mit der Zuckerkrankheit erhöht sich das Risiko jedoch zusätzlich.
  • diabetische Retinopathie 
    • Die Netzhaut (Retina) ist für das Sehen von großer Bedeutung. Die vielen Zellen der Netzhaut werden über unzählige kleine Adern mit Blut und damit Nährstoffen versorgt. Diese rege Durchblutung macht die Retina besonders anfällig für Gefäßbeschädigungen, die infolge eines Diabetes mellitus auftreten können. Als Risikofaktoren für eine Netzhautbeschädigung gelten hohe Blutzuckerwerte, ein erhöhter Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen.
    • Hohe Blutzuckerwerte sind bei Menschen mit Diabetes nicht zu vermeiden. Durch die erhöhten Werte werden die kleinen Gefäße in der Netzhaut schnell beschädigt. Gefäße werden brüchig, platzen und reißen leicht. Im schlimmsten Fall können diese Veränderungen zum Erblinden führen.
    • Je früher solche Netzhautschäden bekannt sind, desto besser lassen sie sich behandeln. Jedoch wird eine Retinopathie meist erst sehr spät erkannt, da zunächst keine Beschwerden auftreten. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Augenarzt ist bei Diabetes mellitus Patienten deshalb unerlässlich.
  • diabetische Nephropathie
    • Die Funktionsfähigkeit der Niere ist ebenfalls von erhöhtem Blutzucker betroffen. Als folge dieser sogenannten diabetischen Nephropathie können die Nieren ihre Funktionsweise nicht mehr mit voller Leistungsfähigkeit ausüben. Im schlimmes Fall kann es zu einem kompletten Nierenversagen kommen.
    • Schädigungen der Niere gelten als häufigste Folgeerkrankung bei Diabetes mellitus. Typ-1 und Typ-2-Diabetiker sind zu gleichen Teilen betroffen. Durchschnittlich sind 10-15 Prozent der Diabetes Patienten von Nierenschäden betroffen.
    • Der Grund dafür, dass diabetesbedingte Schäden der Niere so häufig sind, liegt vor allem daran, dass Nierenschäden bereist zu beginn eines Diabetes auftreten können, jedoch lange keine Beschwerden festzustellen sind. Typische Symptome, die auf eine Niereninsuffizienz hindeuten wie z. B. Wassereinlagerungen oder sinkende Leistungsfähigkeit zeigen sich meist erst, wenn die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist.
  • diabetische Neuropathie
    • Bei einer diabetischen Neuropathie sind die Nerven aufgrund des dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels geschädigt. Ungefähr jeder dritte Patient leidet an einer Neuropathie. Es kann sowohl zu einer Schädigung der peripheren als auch der autonomen Nerven kommen. Sind die peripheren Nerven betroffen, dann sind Störungen des Schmerz-, Berührungs- oder Temperaturempfindens aber auch chronische Schmerzen, Missempfindungen oder Lähmungen typische Symptome. Bei einer Schädigung der autonomen Nerven sind Folgen wie Magenlähmung, Herzrhythmusstörungen, Blasenschwäche oder Erektionsstörungen möglich.
  • diabetischer Fuß
    • Diabetiker leiden häufiger und schneller an Verletzungen an den Füßen. Durch krankheitsbedingte Störungen an den Nerven, Blutgefäßen und bei der Schweißproduktion sind die Füße anfälliger für Verletzungen.
    • Bei geschädigten Nerven (siehe diabetische Neuropathie) nehmen Patienten die Verletzungen oft gar nicht wahr, weshalb sie meist nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.
    • Dazu kommt, dass Diabetiker oft eine geschwächte Immunabwehr haben und die Wundheilung deutlich langsamer funktioniert. So können sich bereits kleine Verletzungen infizieren und ausbreiten.
    • Im schlimmsten Fall kann sogar eine Amputation erforderlich sein. Laut Schätzungen werden in Deutschland ca. 50.000 Amputationen in Folge eines diabetischen Fuß durchgeführt.

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Diabetes mellitus Typ 1 oder auch Typ-1-Diabetes

Bei Diabetes mellitus Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Typ-1-Diabetes entsteht, wenn das körpereigenen Immunsystem, das normalerweise zur Abwehr krankheitserregender Keime dient, sich gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse wendet und diese zerstört. Betroffene sind nun nicht mehr in der Lage selbstständig Insulin zu produzieren. Es ist also notwendig, lebenslang Insulin zu spritzen, um eine Stoffwechselentgleisung und akute Folgeschäden für den Körper zu vermeiden.

Insulin ist für den Menschen unverzichtbar, denn es hat die Aufgabe den Energieträger Glucose zu transportieren und zu speichern. Bei Insulinmangel sammelt sich die Glucose im Blut an und es kommt zur Hyperglykämie, was schlimme gesundheitliche Folgen haben kann. Im schlimmsten Fall kann solch eine Entgleisung tödlich enden. Auf Dauer können erhöhte Blutzuckerwerte vor allem die Blutgefäße, Nerven und zahlreiche Organe schädigen (siehe Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus).

Risikofaktoren/Ursachen für Diabetes mellitus Typ 1

Der Grund für den Ausbruch eines Diabetes mellitus Typ1 sind noch nicht vollständig geklärt. Es ist weiterhin zu klären, warum der Körper Abwehrstoffe gegen die eigene Bauchspeicheldrüse oder Insulin bildet. Es wird vermutet, dass eine erbliche Vorbelastung, ein genetischer Defekt und bestimmte Umweltfaktoren den Krankheitsausbruch begünstigen.

Umweltfaktoren die unter medizinischen Fachgesellschaften zur Zeit diskutiert werden sind:

  • zu kurze Stilldauer nach der Geburt
  • zu früher Konsum von Kuhmilch
  • zu frühe Gabe von glutenhaltigen Lebensmitteln
  • bestimmte Viruserkrankungen

Symptome eines Typ-1-Diabetes

Die Symptome treten meist nach und nach auf und zwar, wenn die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse schon stark eingeschränkt ist. Typische Diabetes-Symptome bei Typ 1 sind z. B.

  • vermehrter Durst
  • starker Harndrang
  • schnelle Gewichtsabnahme
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Wie wird die Typ-1-Diabetes behandelt? 

Typ-1-Diabetes ist nicht heilbar und zwangsläufig mit lebenslänglicher Insulintherapie verbunden, um die Blutzuckerwerte zu regulieren. Die meisten Patienten behandeln ihren Typ-1-Diabetes nach dem Schema der intensivierten Insulintherapie (ICT). Dazu wird ein- bis zweimal am Tag ein langwirkendes Insulin gespritzt. Zu den Mahlzeiten wird zusätzlich jeweils eine Dosis schnellwirkendes Insulin gespritzt. Dieses Verfahren ermöglicht den Patienten einen möglichst flexiblen Alltag.

Zusätzlich zum Insulinspritzen ist eine ständige Kontrolle des Blutzuckerspiegels und eine genaue Überprüfung der zugeführten Kohlenhydrate von großer Bedeutung, um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten und ein diabetisches Koma und weitere Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Grundlagen zur täglichen Behandlung mit Insulin erhalten Diabetes Patienten in einer Diabetes-Schulung in einem speziellen Diabetes-Zentrum. Für weitere Informationen und Hilfe im Bereich der Ernährung empfehlen wir Ihnen eine zertifizierte Ernährungsberatung.

Diabetes mellitus Typ 2 oder auch Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes unterscheidet sich stark von Typ-1-Diabetes. Bei Diabetes mellitus Typ 2 handelt es sich um eine chronische Stoffwechslerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Bei Typ-2-Diabetes ist der Körper meist noch in der Lage geringe Mengen vom Hormon Insulin zu produzieren, allerdings sind die Körperzellen resistent und das Insulin kann nicht seine gewünschten Funktionen übernehmen. Dadurch, dass Insulin seine Wirkung nicht ausüben kann sammelt sich der Zucker im Blut und kann nicht in die Körperzellen zur Energieverwertung transportiert werden. Als Folge schnellen die Blutzuckerwerte nach oben, man spricht von einer Hyperglykämie. Die beiden Diabetes-Formen unterscheiden sich also ganz grundsätzlich in ihren Ursachen, die Folgen mit der die Betroffenen zu kämpfen haben sind jedoch ähnlich.

Im Vergleich zu Diabetes mellitus Typ 1 tritt Diabetes mellitus Typ 2 meist erst im Erwachsenenalter auf und ist Ursache verschiedener Lebensbedingungen, wie z.B. Übergewicht, Bewegungsmangel, metabolisches Syndrom, Rauchen und eine schlechte Ernährung.

Als Symptome treten in erster Linie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auf. Bei Fortschreiten der Krankheit sind jedoch auch die Blutgefäße und Nerven betroffen (siehe Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus). Bei Diabetes Mellitus Typ 2 ist neben der Insulintherapie auch eine Ernährungsumstellung hilfreich, um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und das Krankheitsbild zu verbessern. Zusätzlich zum Insulinspritzen ist eine ständige Kontrolle des Blutzuckerspiegels und eine genaue Überprüfung der zugeführten Kohlenhydrate von großer Bedeutung, um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten.

Ursachen von Typ-2-Diabetes

Anders als bei Typ-1-Diabetes sind bei Typ 2 vor allem die Ernährung und ungenügend Bewegung typische Ursachen für die Manifestierung eines Diabetes.

  • erbliches Risiko
  • starkes Übergewicht durch falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel

Symptome eines Typ-2-Diabetes

Typische Symptome bei Typ 2 Diabetikern sind beispielsweise:

  • Abgeschlagenheit
  • Infektanfälligkeit
  • schlechte Wundheilung
  • trockene, juckende Haut
  • häufiges Wasserlassen
  • gesteigertes Durstgefühl

Behandlung von Typ-2-Diabetes

Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes ist vor allem eine Anpassung des Lebensstils eine wichtige Behandlungsmethode bei Typ-2-Diabetikern. Zum Beginn der Behandlung reicht bei den meisten Patienten eine Tabletteneinnahme aus. Zusätzlich sollte auf viel Bewegung, eine gesunde Ernährung und die Reduktion von Übergewicht geachtet werden. Wenn der Diabetes mellitus weiter fortschreitet, kommen auch hier die Patienten nicht drum herum ihre Erkrankung mit dem regelmäßigen spritzen von Insulin zu behandeln.

  •     körperliche Aktivität erhöhen
  •     gesunde Ernährung
  •     Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels
  •     Schulung durch Oecotrophologen
  •     medikamentöse Therapie: so wenig wie möglich, so viel wie nötig

Wie groß ist mein persönliches Diabetes-Risiko für einen Diabetes mellitus Typ 2?

Um diese Frage zu klären wurde der Deutsche Diabetes-Risiko-Test formuliert. Über diesen Link kommen Sie direkt zum Test: https://drs.dife.de 

Ernährung bei Diabetes

  • Umstellung weg von drei großen Hauptmahlzeiten hin zu mehreren kleinen Mahlzeiten
  • erlernen Kohlehydrateinheiten zu berechnen und richtig zu verteilen
  • Umstellung hin zu einer ballaststoffreichen Ernährung
  • bei Typ 2 Diabetes: ansetzen einer Reduktionsdiät
  • Strategien um den Zuckerkonsum einzuschränken
  • Alternativen zu Zucker durch Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe
  • Ernährung an die Gabe von Insulin anpassen

Damit wir Ihnen einen Ernährungsplan ganz speziell auf Ihre persönlichen Probleme zusammenstellen können, vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine zertifizierte Ernährungsberatung bei uns.

Ziele einer gesunden Ernährung für Diabetiker

Eine Ernährungsumstellung mit Berücksichtigung der spezifischen Krankheitsgeschichte kann bei Patienten mit Diabetes Typ 1 oder bei Patienten mit Diabetes Typ 2 positive Veränderungen veranlassen. Dazu zählen unter anderem:

  •     Verbesserung der Lebensqualität
  •     Steigerung der Leistungsfähigkeit
  •     Einstellung des idealen Körpergewichts
  •     Verbesserung der Stoffwechsellage
  •     Folgeerkrankungen vorbeugen
  •     Konstanter Blutzucker

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